Nautilus – Muscheln und Schnecken, Fotografie von Alfred Ehrhardt

Darstellung auf einem APHEUM Frame · Frame separat erhältlich.

© Alfred Ehrhardt Stiftung

Digitale Fotokollektion für APHEUM Frames

31 Silbergelatine-Aufnahmen von Alfred Ehrhardt aus den Jahren 1938 bis 1941 – Muscheln und Schnecken aus allen Weltmeeren, präzise ins Licht gesetzt und als digitale APHEUM Kollektion kuratiert.

Alfred Ehrhardt · Fotograf

Nautilus – Muscheln und Schnecken in der Fotografie · Alfred Ehrhardt

Einmaliger Preis
Angebotspreis€160,00

inkl. MwSt.

31 Werke kuratiert mit Kontext:12 Monate
31 Fotografien Automatische Bereitstellung Frame separat erhältlich

Digitale Fotokollektion für APHEUM Frames

Über die Kollektion

„Nautilus – Muscheln und Schnecken in der Fotografie“ vereint 31 Silbergelatine-Aufnahmen von Alfred Ehrhardt aus den Jahren 1938 bis 1941. Vor tiefem Schwarz erscheinen die Schalen als skulpturale Architekturen der Natur.

Architekturen der Natur

Für Alfred Ehrhardt waren Conchylien deshalb so faszinierend, weil in ihnen Organisches eine anorganische Form hervorbringt. Conchylien sind die harten Kalkschalen, die von Weichtieren (Mollusken) im Laufe ihres Lebens abgesondert und nach ihrem Tod zurückgelassen werden. Die Kalkschale ist das Ergebnis sämtlicher durchlaufener Entwicklungsabschnitte des Bewohners und zeigt, Baumringen vergleichbar, einen beträchtlichen Teil seines Lebensrhythmus. Kein anderer Fotograf der Moderne hat sich ausgiebiger mit diesem Motiv beschäftigt als Alfred Ehrhardt. Einzig mit Muscheln und Schnecken hat er sich sein halbes Leben lang beschäftigt.

Vor tiefem Schwarz inszeniert Ehrhardt die Schalen wie Skulpturen im leeren Raum. Der Untergrund verschwindet, kein Reflex lenkt ab. Scharfes, gezieltes Licht modelliert die Oberfläche – Riffelungen, Stacheln, Perlmuttglanz – und macht sie beinahe haptisch erfahrbar. Die kompositorische Strenge verrät den am Dessauer Bauhaus geschulten Künstler; der dramatische Hell-Dunkel-Kontrast den musikalisch gebildeten Meister von Rhythmus und Kontrapunkt.

Ehrhardts Fotografien bezeugen, dass die Fotografie wie kein anderes Medium die Dinge in ihrem Wesen und ihrem Charakter abbildhaft zu erfassen vermag. Sie kehrt die stoffliche Beschaffenheit der Conchylie hervor und macht deren glatte oder raue, schillernde oder matte, gemusterte oder furchendurchzogene Kalkschalenoberfläche haptisch erfahrbar. Die Fotografie erhebt die majestätische Form der Conchylie auf einen Sockel, damit sie bewundert werden kann.

Die vorliegende Kollektion vereint 31 Silbergelatine-Aufnahmen aus den Jahren 1938 bis 1941, entstanden am Hamburgischen Zoologischen Museum. Von der legendären Wendeltreppenschnecke über den Nautilus bis zum aufgeschnittenen Strombus-Gehäuse umfasst sie Exemplare aus allen Weltmeeren – die Südsee, der Indische Ozean, die Philippinen, das Mittelmeer, die Magellanstraße – und führt die atemberaubende Formenvielfalt dieser ältesten Architekturen der Natur vor Augen.

Seit jeher haben Conchylien die Menschheit als eine der langlebigsten und ästhetisch atemberaubendsten Hinterlassenschaften der Natur fasziniert. Sie waren weltweit ein konstantes und unwiderstehliches Sujet für Künstler. Es gibt keinen Bereich der bildenden Künste und des Kunsthandwerks, der die Motivgeschichte von Schnecken und Muscheln nicht aufgegriffen hätte, so wie etwa die Goldschmiede der Renaissance und des Manierismus, die sich durch die fantastischen Formen von Conchylien zu Gefäßen und Prunkpokalen inspirieren ließen.

Umfang
31 Fotografien
Nutzungsdauer
12 Monate
Bereitstellung
digital und automatisch
Nutzung
privat auf APHEUM Frames
Lieferumfang
Digitale Kollektion; kein Frame und kein Print

Die vollständige Kollektion: Nautilus – Muscheln und Schnecken in der Fotografie

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Künstler:innen

Alfred Ehrhardt
© Alfred Ehrhardt Stiftung
Alfred Ehrhardt
Fotograf
Mehr über Alfred Ehrhardt+

Alfred Ehrhardt (1901, Triptis – 1984, Hamburg) gilt mit seinen abstrakten Naturstudien als herausragender Vertreter der deutschen Avantgardefotografie. Ehrhardt war Musiker und am Dessauer Bauhaus geschulter Maler und Kunstpädagoge, bevor er 1933 wegen seiner modernen Kunstauffassung durch die Nationalsozialisten von der Landeskunstschule Hamburg entlassen wurde und Fotograf und Filmemacher wurde.

Für seine fotografischen Serien – Das Watt, Kurische Nehrung, Kristalle sowie Muscheln und Schnecken – verbindet Ehrhardt Tendenzen der Fotografie der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens. Die kompositorische Präzision seiner Fotografien verrät seine künstlerische Ausbildung. Beeinflusst von Ernst Haeckels Kunstformen der Natur, Karl Blossfeldts Urformen der Kunst und Albert Renger-Patzschs Die Welt ist schön fand er in den Naturformen eine künstlerische Sprache von einzigartiger Konsequenz.

Klee folgend, der das Naturstudium als Ausgangspunkt bildnerischer Schöpfung definiert, wollte Ehrhardt mit seinen Aufnahmen von Naturphänomenen die „elementaren Urkräfte“ der Natur und die „absoluten Gesetze aller Erscheinungen“ darstellen. Ihm lag daran zu vermitteln, dass der Mensch nur Teil einer „überwältigenden, zeitlosen“ Natur ist. Nicht umsonst nannte man ihn den „Naturphilosophen mit der Kamera“.

Ehrhardt war wie viele seiner Zeitgenossen Goetheaner. Er wusste, dass Goethe nicht nur Steine, sondern auch Muscheln sammelte. Goethe beschrieb seine Muscheln als „fetischartige Heiligtümer“ und erkannte in der Form der Spirale ein Prinzip, das er von der Pflanze ausgehend für alle Lebewesen aufzeigte: das Zusammenwirken der Vertikalen, der festen Achse, mit der sich an ihr emporrankenden Spirale – der „vitalen Inkurvation als Grundtendenz des Lebens“.

Mit der Veröffentlichung seiner mehr als 20 Fotobücher zählt Ehrhardt zu den erfolgreichsten Fotografen unter den ehemaligen Bauhaus-Künstlern. Er gilt als der „bedeutendste deutsche Nachkriegs-Kulturfilmschöpfer“ und erhielt für seine über 50 Filme zahlreiche nationale wie internationale Auszeichnungen, darunter vier Bundesfilmpreise. Der Film Spiel der Spiralen (1951), der ihm seinen zweiten Bundesfilmpreis einbrachte, zählt zusammen mit Tanz der Muscheln (1956) und Korallen – Skulpturen der Meere (1964) zu seinen formal stärksten und experimentellsten Arbeiten.

2002 gründete sein Sohn Jens Ehrhardt die Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin, die sein Werk durch Ausstellungen und Publikationen lebendig hält. Im Oktober 2025 fand der erste Spatenstich für das Ehrhardt-Museum in Plüschow (Mecklenburg-Vorpommern) statt, entworfen vom Pritzker-Preisträger Francis Kéré.

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