Jewgeni Chaldei – Von Moskau nach Berlin, Schwarzweiß-Dokumentarfotografie

Darstellung auf einem APHEUM Frame · Frame separat erhältlich.

Digitale Fotokollektion für APHEUM Frames

Der „Soviet Capa“ als Zeuge des Krieges und der Menschen in ihm.

Jewgeni Chaldej · Fotograf und Kriegsfotograf

Von Moskau nach Berlin – Jewgeni Chaldei, der Soviet Capa

Einmaliger Preis
Angebotspreis€15,00

inkl. MwSt.

Abonnement Laufzeit:1 Monat
52 Fotografien Automatische Bereitstellung Frame separat erhältlich

Digitale Fotokollektion für APHEUM Frames

Über die Kollektion

Ikonische Geschichte des 20. Jahrhunderts und zugleich ein zutiefst menschlicher Blick auf Soldaten, Zivilisten und Überleben.

Die Idee hinter der Kollektion

Das Bild von J. Chaldej am 2. Mai 1945 auf dem Reichstag gilt als eines der ikonischsten Bilder des 20. Jahrhunderts. Es wurde zum Symbol für die Niederlage des Faschismus. Ein solches Bild gelingt nur wenigen Fotografen.

Sein gesamtes Werk geht jedoch weit über diese Ikone hinaus. Es gehört zu den wichtigsten fotografischen Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg. Nur wenige Fotografen waren an so vielen Kriegsschauplätzen, nur wenige hatten Zugang zur Potsdamer Konferenz und zu den Nürnberger Prozessen.

Chaldej interessierten nicht nur die großen Ereignisse, sondern auch die Schicksale der Menschen, denen er begegnete: Zivilisten und Soldaten, mit denen er sprach und denen er mit seinen Fotografien ein Denkmal setzte. Selbst im Wahnsinn des Zweiten Weltkrieges bewahrte er sich diesen menschlichen Blick.

Die APHEUM Kollektion geht bewusst über seine Kriegsfotografie hinaus. Sie zeigt auch Bilder seiner frühen fotografischen Arbeit sowie Fotografien aus seinem Spätwerk und macht seine ästhetische Verwurzelung im russischen Konstruktivismus sichtbar. Chaldej hatte nicht nur einen dokumentarischen, sondern auch einen künstlerischen Blick.

Umfang
52 Fotografien
Nutzungsdauer
1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 12 Monat
Bereitstellung
digital und automatisch
Nutzung
privat auf APHEUM Frames
Lieferumfang
Digitale Kollektion; kein Frame und kein Print

Die vollständige Kollektion: Von Moscow nach Berlin

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Künstler:innen

Jewgeni Chaldej
Jewgeni Chaldej
Fotograf und Kriegsfotograf
Mehr über Jewgeni Chaldej+

Jewgeni Chaldej gehört zu den wichtigsten Kriegsfotografen des Zweiten Weltkrieges. Sein amerikanisches Pendant ist der berühmte Robert Capa. Beide lernten sich bei den Nürnberger Prozessen kennen und wurden Freunde.

Robert Capa schenkte Chaldej sogar seine Großbildkamera, eine Speed Graphic, damit er besser arbeiten konnte. Später revanchierte sich Chaldej mit der Entwicklung von Capas Filmen, als dieser gemeinsam mit John Steinbeck als einer der ersten westlichen Journalisten nach dem Krieg die Sowjetunion bereiste.

Auch persönlich gab es eine wichtige Gemeinsamkeit, die sich wie ein roter Faden durch beide Leben zieht: Robert Capa stammte aus einer jüdischen Schneiderfamilie. Chaldej wurde im ukrainischen Donezk geboren und war ebenfalls jüdischer Abstammung.

Chaldej hatte es ungleich schwerer als Capa und seine amerikanischen Kollegen und Kolleginnen. Er arbeitete unter einer der schrecklichsten Diktaturen der Geschichte. Seine Spiel- und Freiräume unter dem Stalinismus waren sehr begrenzt.

Heute wissen wir, dass er sie so weit wie möglich nutzte und auch nicht davor zurückschreckte, sein Leben zu riskieren. In seinem Nachlass fanden Ernst Volland und Heinz Krimmer ein Kriegstagebuch. Ein solches zu schreiben, war im Zweiten Weltkrieg für sowjetische Kriegsteilnehmer unter Todesstrafe verboten. Für Journalisten gab es keine Ausnahme.

Und noch einen wesentlichen Unterschied gab es: Sowjetische Fotografen mussten nicht alle Hebel in Bewegung setzen, um direkt an der Front eingesetzt zu werden. Sie wurden dazu abkommandiert, denn sie waren in erster Linie Soldaten und erst in zweiter Linie Fotografen. Die Todesliste der sowjetischen Kriegsfotografen ist lang. Dass Chaldej den gesamten Krieg überlebt hat, gleicht einem Wunder.

Ein weiteres großes Problem war das fehlende Material. Als Chaldej zum ersten Mal an die Front nach Murmansk geschickt wurde, bekam er gerade einmal 100 Meter Film für viele Monate. Angesichts seiner Aufgabe war dies eine geradezu lächerlich geringe Menge. Chaldej machte das Beste daraus.

Vita+

10. März 1917 – Chaldej wird in Jusowka, später Stalino, heute Donezk in der Ukraine, als Sohn einer jüdischen Familie geboren.

1918 – Seine Mutter wird während eines Pogroms ermordet, Chaldej selbst schwer verletzt.

Chaldej erinnerte sich später: „Pogrome gibt es bis heute, obwohl es Stalin nicht mehr gibt. Unter Breschnew und Chruschtschow gab es auch Pogrome, immer wieder. Im Pass steht das Kainsmal, dass du ein Jude bist – das ist es.“

1925–1929 – Schuljahre. Mit zwölf Jahren baut er sich seine erste Kamera.

„Die ersten Fotos habe ich mit einer selbst gebastelten Kamera gemacht. Themen als solche gab es nicht, ich fotografierte die Kirche, die Straßen – alles unbewegliche Dinge. Ich war weder ein Berufsfotograf noch hatte ich eine gute Kamera; ich war zwölf Jahre alt.“

1930–1936 – Arbeiter in einem Stahlwerk in Donezk. Mit 15 Jahren veröffentlicht er sein erstes Foto, das Porträt eines Bestarbeiters.

Während einer Fahrt durch das Gebiet von Stalino begleitet er 1932 als Fotograf eine Agitationsbrigade und wird mit dem massenhaften Hungertod infolge der Zwangskollektivierung konfrontiert.

1936 – Nach Anstellungen bei Regionalzeitungen wird Chaldej zu einem Kurs der Sojusfoto-Agentur nach Moskau delegiert und zieht von Jusowka nach Moskau.

1936–1948 – Fotokorrespondent der Nachrichtenagentur TASS.

1941–1945 – Offizieller Kriegsfotograf der Roten Armee. Er fotografiert unter anderem in Murmansk, am Schwarzen Meer, in Noworossisk, Kertsch und Sewastopol.

Vermutlich 1943 erhält Chaldej aufgrund seiner Verdienste den Dienstgrad eines Leutnants der Kriegsmarine. Ab 1944 begleitet er als Fotograf den Vormarsch der 3. Ukrainischen Front und ist bei den Eroberungen von Sofia, Bukarest, Budapest, Belgrad und Wien dabei.

1941 oder 1942 – Chaldejs Vater und seine Schwestern Etia, Zilia und Riwa gehören zu den sowjetischen Juden, die von deutschen Einsatztruppen ermordet werden.

Ende April 1945 – Chaldej wird nach Berlin abkommandiert, um den Sieg über den Faschismus zu dokumentieren.

1945 – Offizieller sowjetischer Fotograf während der Potsdamer Konferenz für TASS. Heirat mit Swetlana.

1946 – Offizieller sowjetischer Fotograf während der Nürnberger Prozesse für TASS.

1947 – Geburt der Tochter Anna.

1948 – Chaldej wird wegen angeblicher Unprofessionalität von TASS entlassen. Er selbst führt die Entlassung auf seine jüdische Herkunft zurück.

1948–1951 – Gelegenheitsarbeiten.

1951–1956 – Fotografiert für verschiedene kleinere Zeitungen und Zeitschriften.

1956 – Geburt des Sohnes Leonid.

1956–1971 – Fotograf bei der Prawda. Im Auftrag der Zeitung bereist er die gesamte Sowjetunion.

Ab 1971 – Fotograf bei der Sowjetskaja Kultura. Er fotografiert bis in die Gorbatschow-Zeit.

1994 – Erste Ausstellung im Westen im Kunstamt Neukölln, Galerie Körnerpark in Berlin, mit der Sammlung von Ernst Volland und Heinz Krimmer. Im selben Jahr erscheint das erste Buch im Westen: „Von Moskau nach Berlin“, herausgegeben von Ernst Volland und Heinz Krimmer.

6. Oktober 1997 – Jewgeni Chaldej stirbt in Moskau.

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